Häufige Fragen
Fragen, die uns oft gestellt werden
Kurze Antworten für den Moment, in dem man keine langen Texte lesen kann.
Sofort nach dem Todesfall
Wen rufe ich zuerst an?
Zuerst einen Arzt, der den Tod feststellt (Hausarzt, Bereitschaftsdienst 116 117, im Notfall 112). Danach einen muslimischen Bestatter. Er übernimmt ab dann fast alles.
Der Todesfall ist nachts oder am Wochenende. Was jetzt?
Arzt rufen, dann einen Bestatter. Viele muslimische Bestatter in Hamburg sind rund um die Uhr erreichbar. Das Standesamt hat Zeit bis zum dritten Werktag.
Bestattung in Hamburg
Wie schnell kann in Hamburg beigesetzt werden?
Meist innerhalb von zwei bis vier Tagen. Gesetzlich muss die Erdbestattung innerhalb von zehn Tagen stattfinden. Wie schnell es geht, hängt von Todesbescheinigung, Standesamt und dem Friedhof ab.
Ist die Bestattung ohne Sarg in Hamburg erlaubt?
Ja, seit 1998 auf den staatlichen Friedhöfen. Der Verstorbene wird im Leichentuch beigesetzt. Der Staatsvertrag von 2012 garantiert dieses Recht.
Liegen die Gräber in Richtung Mekka?
Ja. Auf den islamischen Grabfeldern in Finkenriek, Ohlsdorf, Öjendorf und Bergedorf sind die Gräber nach Mekka ausgerichtet.
Bleibt das Grab für immer?
Die Ruhezeit beträgt 25 Jahre und kann jährlich verlängert werden (74 € je Jahr). Wird nicht verlängert, bleiben die Gebeine auf islamischen Feldern trotzdem im Grab, das regelt der Staatsvertrag. Ein ewiges Ruherecht wie in der Türkei gibt es nicht.
Welcher Hamburger Friedhof ist der richtige?
Finkenriek in Wilhelmsburg (unser Partner, neues Grabfeld mit Waschhaus), Öjendorf in Billstedt (größtes Feld), Ohlsdorf (ältestes Feld, seit 1941), Bergedorf und Altona. Meist entscheidet die Nähe zum Wohnort und zur Gemeinde.
Kosten und Fonds
Was kostet eine islamische Bestattung in Hamburg?
Grab und Beisetzung auf einem staatlichen Friedhof etwa 2.750 €, dazu die Bestatterleistung von etwa 1.100 bis 3.000 €. Insgesamt meist 4.000 bis 5.500 €, ohne Grabstein. Die genauen Preise für Finkenriek tragen wir nach.
Wir können die Bestattung nicht bezahlen. Was tun?
Beim Bezirksamt eine Sozialbestattung nach § 74 SGB XII beantragen. Das Sozialamt übernimmt die Kosten einer einfachen, würdigen Bestattung, wenn Nachlass und Einkommen nicht reichen. Der Bestatter kennt den Antrag.
Was bringt ein Bestattungsfonds?
Für etwa 50 bis 65 € im Jahr übernimmt der Fonds im Todesfall die Überführung ins Herkunftsland und die Formalitäten. Grab und Beisetzung sind meist nicht enthalten. Die Mitgliedschaft muss vorher bestehen.
Überführung
Wie lange dauert eine Überführung in die Türkei?
Meist zwei bis fünf Tage. Nötig sind Sterbeurkunde, Leichenpass vom Bezirksamt Wandsbek (31 €, ein Werktag) und ein Sarg mit Zinkeinlage für den Flug. Der Bestatter organisiert alles.
Was kostet die Überführung ohne Fonds?
Nach Angaben von Bestattern etwa 1.500 bis 2.700 € ab Hamburg, je nach Flug und Zusatzleistungen, plus Beisetzung im Zielland.
Religion und Praxis
Wo findet die rituelle Waschung statt?
Im Waschhaus des Friedhofs (Finkenriek, Ohlsdorf, Öjendorf) oder beim Bestatter. Die Familie kann selbst waschen oder es dem Bestatter überlassen.
Wo wird das Totengebet gesprochen?
In der Moschee oder auf dem Friedhof. Finkenriek hat einen überdachten Platz mit Totenstein am Waschhaus. Der Bestatter stimmt Ort und Zeit mit der Gemeinde ab.
Wann kann der Grabstein gesetzt werden?
In der Regel nach einigen Monaten, wenn sich die Erde gesetzt hat. Jedes Grabmal braucht eine Genehmigung des Friedhofs (in Hamburg 130 €). Grabsteine im türkisch-islamischen Stil bieten wir bald selbst an.
Dürfen Nichtmuslime an der Beisetzung teilnehmen?
Ja. Nachbarn, Kollegen und Freunde sind willkommen. Beim Totengebet stehen sie respektvoll dabei, am Grab können sie wie alle anderen Erde hineingeben.
Dürfen Frauen mit zum Grab?
Ja. Die Rechtsschulen sehen das unterschiedlich, in Deutschland nehmen Frauen in den meisten Gemeinden an der Beisetzung teil. Das ist eine Entscheidung der Familie.
Was gilt bei Fehl- und Totgeburten?
Auch Kinder, die vor oder bei der Geburt sterben, können islamisch bestattet werden. Die Hamburger Friedhöfe haben Kindergrabfelder. Ob es solche im Islamfeld Finkenriek gibt, klären wir mit dem Friedhof.